
Bei seiner gestrigen Jahresgeschäftssitzung in London unter dem Vorsitz von Noel Mooney (Geschäftsführer des walisischen Fussballverbands) hat sich der IFAB mit verschiedenen Massnahmen zur weiteren Verbesserung des Spielflusses sowie zur Minderung von Verzögerungen befasst.
Nach dem weltweit positiven Echo auf die Änderung in den Spielregeln 2025/26 hinsichtlich zu langen Ballhaltens des Torhüters wurden weitere Massnahmen zur Verringerung von Verzögerungen beschlossen, etwa ein Countdown bei Einwürfen und Abstössen. Sobald Spieler versuchen, Zeit zu schinden, würden die Schiedsrichter demnach damit beginnen, die Zeit runterzuzählen.
Im Anschluss an die Empfehlungen des Fussball- und des Technik-Beratungsgremiums des IFAB im Oktober 2025 wurden Regeländerungen vorgeschlagen, wonach Spieler, die auf dem Spielfeld behandelt oder untersucht werden, das Spielfeld verlassen und nach der Fortsetzung des Spiels für einen bestimmten, noch festzulegenden Zeitraum ausserhalb des Feldes bleiben müssten. Des Weiteren soll für Auswechselspieler beim Verlassen des Spielfelds ein Zeitlimit von zehn Sekunden eingeführt werden.
Beim Protokoll der Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) empfahl die Jahresgeschäftssitzung, den VAR-Eingriff auf vier spielentscheidende Situationen (Tor/kein Tor, Strafstoss/kein Strafstoss, rote Karten und Spielerverwechslungen) zu beschränken, jedoch mit drei spezifischen Erweiterungen, die den Spielfluss nicht übermässig stören oder verlangsamen würden.
So soll es Video-Spieloffiziellen in eindeutigen Fällen erlaubt sein, rote Karten zu überprüfen, die auf eine nicht korrekte zweite gelbe Karte zurückzuführen sind. Dies wäre auch bei Spielerverwechslungen möglich, wenn für ein Vergehen, das eine rote oder gelbe Karte zur Folge hat, das falsche Team bestraft wird. Gemäss Vorschlag der Jahresgeschäftssitzung sollen Wettbewerbe Video-Spieloffiziellen zudem erlauben dürfen, Fälle von klar zu Unrecht zugesprochenen Eckstössen zu überprüfen, sofern eine solche Überprüfung unverzüglich und ohne Verzögerung der Fortsetzung des Spiels erfolgen kann.
Die Jahresgeschäftssitzung beschloss des Weiteren eine Weiterführung der Abseitstests und wurde über den Stand bei der halbautomatischen Abseitstechnologie sowie bei den andauernden Tests der Fussball-Videounterstützung unter der Leitung der FIFA unterrichtet. Beide Technologien wurden bei FIFA-Turnieren und bei einer Reihe von nationalen Wettbewerben bereits erfolgreich eingesetzt.
Darüber hinaus wurde die Jahresgeschäftssitzung über die Tests mit Schiedsrichter-Bodycams im Breitenfussball sowie auf Elitestufe informiert und sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, den Einsatz von Bodycams als Option für Wettbewerbe in die Spielregeln aufzunehmen.
Die Jahresgeschäftssitzung bestimmt die Tagesordnung der IFAB-Jahresversammlung, die am Samstag, 28. Februar 2026, in Wales stattfinden wird.