ANMERKUNGEN UND REGELVARIANTEN

Allgemeine Regelvarianten 

Da im Wesentlichen überall auf der Welt und auf allen Stufen nach den gleichen Regeln gespielt wird, sind die Spielregeln universell. Neben fairen und sicheren Spielbedingungen sollen die Spielregeln auch die Beteiligung und die Freude am Fussball fördern.

Die nationalen Fussballverbände haben für bestimmte Fussballkategorien seit jeher einen gewissen Spielraum, die organisatorischen Spielregeln anzupassen. Der IFAB ist jedoch überzeugt, dass die nationalen Fussballverbände zur weiteren Förderung des Fussballs in ihrem Land noch mehr organisatorischen Spielraum haben müssen.

Auch wenn für die Austragung und Leitung von Spielen rund um die Welt – ob beim Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ oder bei einem Spiel in einem kleinen Dorf – dieselben Grundregeln gelten müssen, sollte ein nationaler Fussballverband je nach Bedürfnissen vor Ort selbst bestimmen dürfen, wie lange ein Spiel dauert, wie viele Spieler mitmachen dürfen und wie bestimmte Formen unsportlichen Verhaltens geahndet werden.

Alle nationalen Fussballverbände (sowie die Konföderationen und die FIFA) dürfen bei ihren Fussballwettbewerben einige oder alle der folgenden organisatorischen Spielregeln abändern:

Auf allen Stufen des Fussballs:

  • Jedes Team darf bis zu fünf Auswechslungen vornehmen.* Im Juniorenfussball wird die maximal zulässige Zahl vom nationalen Fussballverband, von der Konföderation oder der FIFA bestimmt.
  • Es dürfen zusätzliche dauerhafte Auswechslungen wegen Gehirnerschütterung vorgenommen werden (unter Einhaltung des entsprechenden IFAB-Protokolls).

*Siehe Regel 3 für die Bestimmungen bei einer etwaigen Verlängerung sowie für Einzelheiten zur Begrenzung der Auswechselgelegenheiten.

Für den Junioren-, Senioren-, Behinderten- und Breitenfussball:

  • Grösse des Spielfelds
  • Grösse, Gewicht und Material des Spielballs
  • Abstand zwischen den Torpfosten und Höhe der Querlatte zum Boden
  • Dauer der beiden (gleich langen) Spielhälften (und der beiden gleich langen Hälften der Verlängerung)
  • Anzahl der Spieler
  • Zulassung von Rückwechseln
  • Zeitstrafen (Strafbank) bei bestimmten/allen Verwarnungen
  • spezifische Vorgaben für die obligatorische Kapitänsbinde

Damit die nationalen Fussballverbände zur Unterstützung und Förderung des nationalen Fussballs mehr Spielraum haben, sind zudem je nach Fussballkategorie folgende Änderungen zulässig:

  • Die nationalen Fussballverbände, die Konföderationen und die FIFA dürfen die massgebenden Altersbeschränkungen im Junioren- und Seniorenfussball selbst festlegen.
  • Die nationalen Fussballverbände bestimmen selbst, welche Wettbewerbe auf den untersten Stufen des Fussballs zum Breitenfussball gehören.

IFAB-Tests

In manchen Fällen müssen potenzielle Regeländerungen geprüft und/oder getestet werden, um sowohl erwartete als auch unerwartete Auswirkungen auf den Fussball beurteilen zu können. Konföderationen, nationale Fussballverbände und Wettbewerbsorganisatoren dürfen nur mit der Erlaubnis des IFAB an solchen Tests teilnehmen.

2024/25 führt der IFAB folgende Testreihen durch:

  • Schaffung eines dem Kapitän vorbehaltenen Bereichs rund um den Schiedsrichter in bestimmten Situationen
  • offizielle Beruhigungspausen nach Konfrontationen
  • neues Verfahren mit Torhütern, die den Ball zu lange halten
  • Durchsage und Erklärung der endgültigen Entscheidung durch den Schiedsrichter nach einem Review (Videoüberprüfung) oder einem längeren Check (Videosichtung) durch den VAR

Weitere Informationen und die Protokolle zu allen Tests sind unter www.theifab.com/de/ (in der Rubrik „Tests“) zu finden.

Anträge zur Teilnahme an einem beliebigen Test sind an [email protected] zu richten.

Zulassung weiterer Varianten

Regelvarianten müssen weder flächendeckend sein noch für alle gelten. Nationalen Fussballverbänden steht es deshalb frei, je nach Wettbewerb unterschiedliche Varianten zuzulassen. Alle weiteren Varianten müssen jedoch vom IFAB bewilligt werden.

Die nationalen Fussballverbände müssen dem IFAB mitteilen, welche Varianten auf welchen Stufen angewandt werden, damit der IFAB – insbesondere anhand der Gründe für diese Varianten – Möglichkeiten und Strategien zur Fussballförderung in anderen nationalen Fussballverbänden erkennen kann.

Der IFAB ist zudem offen für weitere Regelvarianten, die die Beteiligung am Fussball steigern sowie die Sportart noch attraktiver machen und weltweit weiter fördern könnten.