Position, Bewegung und Zusammenarbeit

Von einer optimalen Position aus kann der Schiedsrichter korrekt entscheiden. Sämtliche Empfehlungen zur Position müssen aufgrund spezifischer Informationen zu den Teams, Spielern und Vorkommnissen während des Spiels angepasst werden.

Die in den Abbildungen empfohlenen Positionen sind grundsätzliche Leitlinien. Der Verweis auf „Zone“ betont, dass eine empfohlene Position ein Bereich ist, in dem der Schiedsrichter seine Funktion wahrscheinlich optimal wahrnehmen kann. Die Zonen können je nach Spielumständen unterschiedlich gross und verschiedenförmig sein.

Empfehlungen:

  • Das Spiel spielt sich zwischen dem Schiedsrichter und dem ersten Schiedsrichterassistenten ab.

  • Der erste Schiedsrichterassistent sollte im Blickfeld des Schiedsrichters sein. Der Schiedsrichter sollte sich daher in der Regel grossräumig und diagonal über den Platz bewegen.

  • Durch die Position am Rand des Spielgeschehens kann der Schiedsrichter das Spielgeschehen und den ersten Schiedsrichterassistenten leichter im Blick behalten.

  • Der Schiedsrichter steht möglichst nahe beim Spielgeschehen, um dieses optimal zu verfolgen, ohne das Spiel zu beeinflussen.

  • Wichtige Szenen spielen sich nicht unbedingt in der Nähe des Balls ab. Der Schiedsrichter sollte auch auf folgende Vorkommnisse achten:

    • Konfrontationen zwischen Spielern abseits des Spielgeschehens

    • mögliche Vergehen im Bereich, in den sich das Spiel verlagert

    • Vergehen, nachdem der Ball weggespielt wurde

Position von Schiedsrichterassistenten und zusätzlichen Schiedsrichterassistenten

Der Schiedsrichterassistent steht jeweils auf gleicher Höhe wie der vorletzte Spieler des verteidigenden Teams oder des Balls, wenn sich dieser näher bei der Torlinie befindet als der vorletzte Spieler des verteidigenden Teams. Er muss das Gesicht stets dem Spielfeld zuwenden, auch beim Rennen. Für kurze Distanzen bewegt sich der Schiedsrichterassistent seitwärts, weil er so vor allem bei der Beurteilung von Abseitsstellungen einen besseren Blickwinkel hat.

Die Position des zusätzlichen Schiedsrichterassistenten befindet sich hinter der Torlinie, es sei denn, er muss sich auf die Torlinie begeben, um zu entscheiden, ob der Ball die Torlinie vollständig überquert hat oder nicht. Der zusätzliche Schiedsrichterassistent darf das Spielfeld nur in Ausnahmefällen betreten.

Absprache

Bei Disziplinarmassnahmen reichen Blickkontakt und ein einfaches, diskretes Handzeichen des Schiedsrichterassistenten an den Schiedsrichter. Müssen sich Schiedsrichterassistent und Schiedsrichter besprechen, darf sich der Schiedsrichterassistent 2–3 m auf das Spielfeld bewegen. Beim Sprechen sollten der Schiedsrichter und der Schiedsrichterassistent das Gesicht dem Spielfeld zuwenden, um von niemandem gehört zu werden sowie die Spieler und das Spielfeld im Auge zu behalten.

Eckstoss

Bei einem Eckstoss steht der Schiedsrichterassistent hinter der Eckfahne auf der Höhe der Torlinie. Er darf den Spieler bei der Ausführung des Eckstosses nicht stören und muss prüfen, ob der Ball regelkonform im Eckviertelkreis platziert wurde.

Freistoss

Bei einem Freistoss steht der Schiedsrichterassistent auf der Höhe des vorletzten Spielers des verteidigenden Teams und behält die Abseitslinie im Blick. Gleichzeitig muss er darauf gefasst sein, bei einem direkten Torschuss dem Ball der Seitenlinie entlang Richtung Eckfahne zu folgen.

Tor/kein Tor

Wenn zweifelsfrei ein Tor erzielt wurde, nehmen Schiedsrichter und Schiedsrichterassistent Blickkontakt auf. Der Schiedsrichterassistent bewegt sich daraufhin umgehend 25–30 m der Seitenlinie entlang Richtung Mittellinie, ohne die Fahne zu heben.

Wenn ein Tor erzielt wurde, der Ball offenbar aber noch im Spiel ist, hebt der Schiedsrichterassistent seine Fahne, um den Schiedsrichter zu verständigen. Danach rennt er wie bei einem unumstrittenen Treffer 25–30 m der Seitenlinie entlang Richtung Mittellinie.

Wenn der Ball die Torlinie nicht vollständig überquert hat und das Spiel normal weiterläuft, weil kein Tor erzielt wurde, nimmt der Schiedsrichter Blickkontakt mit dem Schiedsrichterassistenten auf und gibt bei Bedarf ein diskretes Handzeichen.

Abstoss

Der Schiedsrichterassistent überprüft zuerst, ob sich der Ball innerhalb des Torraums befindet. Wenn der Ball nicht korrekt platziert ist, bleibt der Schiedsrichterassistent am Ort, nimmt Blickkontakt mit dem Schiedsrichter auf und hebt die Fahne. Befindet sich der Ball korrekt innerhalb des Torraums, nimmt der Schiedsrichterassistent eine Position ein, um die Abseitslinie zu prüfen.

Wenn ein zusätzlicher Schiedsrichterassistent aufgeboten wurde, sollte der Schiedsrichterassistent auf der Höhe der Abseitslinie stehen, während der zusätzliche Schiedsrichterassistent auf dem Schnittpunkt von Tor- und Torraumlinie steht und prüft, ob der Ball innerhalb des Torraums platziert wird. Wenn der Ball nicht korrekt platziert ist, teilt der zusätzliche Schiedsrichterassistent dies dem Schiedsrichter mit.

Freigabe des Balls durch den Torhüter

Der Schiedsrichterassistent begibt sich auf die Höhe der Strafraumgrenze und achtet darauf, dass der Torhüter den Ball ausserhalb des Strafraums nicht mit der Hand/dem Arm berührt. Nachdem der Torhüter den Ball freigegeben hat, begibt sich der Schiedsrichterassistent auf die Höhe der Abseitslinie.

Anstoss

Die Schiedsrichterassistenten stehen jeweils auf gleicher Höhe wie der vorletzte Spieler des verteidigenden Teams.

Elfmeterschiessen

Ein Schiedsrichterassistent steht auf der Torlinie an der Torraumgrenze. Der zweite Schiedsrichterassistent steht im Anstosskreis bei den Spielern. Stehen zusätzliche Schiedsrichterassistenten im Einsatz, stehen diese rechts und links vom Tor auf dem Schnittpunkt von Tor- und Torraumlinie. Beim Einsatz der GLT ist nur ein zusätzlicher Schiedsrichterassistent erforderlich. Der zweite zusätzliche Schiedsrichterassistent und der erste Schiedsrichterassistent kontrollieren die Spieler im Anstosskreis, während der zweite Schiedsrichterassistent und der vierte Offizielle die technischen Zonen überwachen.

Strafstoss

Der Schiedsrichterassistent steht auf dem Schnittpunkt von Tor- und Strafraumlinie.

Stehen zusätzliche Schiedsrichterassistenten im Einsatz, steht einer von ihnen auf dem Schnittpunkt von Tor- und Torraumlinie, während sich der Schiedsrichterassistent auf die Höhe des Elfmeterpunkts (gleichbedeutend mit der Abseitslinie) begibt.

Tumult

Bei Tumulten betritt der Schiedsrichterassistent, der dem Geschehen näher ist, das Spielfeld und unterstützt den Schiedsrichter. Der zweite Schiedsrichterassistent beobachtet das Geschehen und hält Einzelheiten des Zwischenfalls fest. Der vierte Offizielle sollte in der Nähe der technischen Zonen bleiben.

Distanz der Mauer

Bei einem Freistoss in unmittelbarer Nähe des Schiedsrichterassistenten darf dieser das Spielfeld betreten (für gewöhnlich nach Aufforderung durch den Schiedsrichter), um dabei zu helfen, dass sich die Mauer 9,15 m (10 yds) vom Ball entfernt befindet. In diesem Fall wartet der Schiedsrichter, bis sich der Schiedsrichterassistent wieder auf seiner Position befindet, ehe er das Spiel fortsetzt.

Auswechslungen

Wenn es keinen vierten Offiziellen gibt, begibt sich der Schiedsrichterassistent zur Mittellinie, um beim Auswechselvorgang zu helfen. Der Schiedsrichter muss warten, bis sich der Schiedsrichterassistent wieder auf seiner Position befindet, ehe er das Spiel fortsetzt.

Wenn es einen vierten Offiziellen gibt, muss sich der Schiedsrichterassistent nicht zur Mittellinie begeben, da der vierte Offizielle den Auswechselvorgang durchführt, es sei denn, es finden zur selben Zeit mehrere Auswechslungen statt. In diesem Fall begibt sich der Schiedsrichterassistent zur Mittellinie, um den vierten Offiziellen zu unterstützen.